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Die Tonsur (lateinisch: Abscherung, Ableitung von tondeo = 'ich schere') ist die geschorene Stelle auf dem Scheitel als Ehrenzeichen des katholischen Priesterstandes.

Büßende ließen sich schon früh das Haupt ganz kahl scheren. Von ihnen nahmen die Mönche diese Sitte an, und von diesen ging sie im 6. Jahrhundert auf alle christlichen Geistlichen über, denen sie 633 auf der vierten Synode zu Toledo gesetzlich vorgeschrieben wurde. Man unterschied ein kahl geschorenes Vorderhaupt als Tonsur des Apostels Paulus bzw. Jakobus, die die irische Kirche bevorzugte, von der kreisförmigen Platte auf dem Scheitel, der Tonsur des Apostels Petrus. Erstere war in der griechischen Kirche sowie in etwas anderer Form, als Tonsur des Jacobus, bei den Briten und Iren üblich, die zweite in der abendländischen Kirche bei Priestern und Mönchen. Die eben erst in den geistlichen Stand Eingetretenen trugen sie im Umfang einer kleinen Münze, die Priester im Umfang einer Hostie, die Bischöfe noch größer, und beim Papst blieb nur ein schmaler Kreis von Haaren über der Stirn stehen. Das Abscheren ging der Weihe voran und wurde wöchentlich oder vor jedem hohen Fest wiederholt.

Mit Wirkung zum 1. Januar 1973 wurde die Tonsur von Papst Paul VI. abgeschafft. Ihre ursprüngliche Bedeutung liegt im Dunkel der vorchristlichen Vergangenheit. Die Gegenposition nahm das orthodoxe Judentum ein, das jegliche Kopfhaarentfernung verbietet.

 

 

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